Schnee trotz Klimawandel? Attributionsstudie des Deutschen Wetterdienstes zum Schneeereignis in Norddeutschland 2026
Abbildung 1: Verschneite Landschaft in der Fischbeker Heide bei Hamburg (Foto Miriam Wagner-Jacht)
Abbildung 2: Gesamtschneehöhe in Zentimetern am 13. Januar um 06:00 UTC in Deutschland. Rot markiert ist hier die untersuchte Region (Quelle: DWD)
Abbildung 3: Wiederkehrzeiten der Schneehöhen am 13. Januar 2026 im gegenwärtigen Klima. Dunkelrot dargestellt sind Wiederkehrzeiten von mehr als 100 Jahren. Die untersuchte Region ist durch das blaue Rechteck hervorgehoben (Quelle: DWD)
News vom 26.02.2026
Bei dem Schneefallereignis im Januar 2026 im Nordwesten Deutschlands wurden Schneehöhen von mehr als 12 cm im Flächenmittel gemessen – trotz des Klimawandels. Um dieses Phänomen zu analysieren, hat der Deutsche Wetterdienst als Teil des ClimXtreme-Verbundes eine probabilistische Attributionsstudie im Schnellverfahren durchgeführt. Attributionsstudien analysieren auf Grundlage von Mess- und Klimamodelldaten den Einfluss des Klimawandels auf ein bestimmtes Extremwetterereignis.
Ergebnisse
Die Studie hat ergeben, dass
- vergleichbare Schneehöhen in einem vorindustriellen (d. h. in einem um 1,3 °C kälteren Klima) ca. einmal in 6 Jahren auftraten,
- heutzutage ein solches Ereignis statistisch betrachtet im Schnitt einmal in 52 Jahren auftreten kann und
- in einer Zukunft mit einer Klimaerwärmung von insgesamt 2 °C die im Januar gemessenen Schneehöhen nur noch einmal in 104 (70 bis 174) Jahren auftreten werden.
Damit werden auch in einer Welt mit fortschreitendem Klimawandel Schneeereignisse wie das beobachtete statistisch möglich sein. Sie werden jedoch deutlich seltener werden und weniger stark ausfallen.
Der vollständige Bericht kann hier nachgelesen werden:
Schröter J., Wagner-Jacht, M., Drüke, M., Wichura, B., Fischer-Frenzel, P., Sauerbrei, R., Lorenz, P., Castino, F., Künzel, A., Kreienkamp, F. (2026): Attributionsstudie zum Schneeereignis in Norddeutschland im Januar 2026, Bericht des Deutschen Wetterdienstes, https://doi.org/10.5676/DWD_PUB/ATTRIBUTION/2026_01.
Hintergrund:
Seit 2018 untersucht der DWD Extremwetterereignisse im Kontext des Klimawandels. Basierend auf der Methodik der World Weather Attribution Gruppe (WWA - https://www.worldweatherattribution.org/) wurden bisher Studien zu Hitzeereignissen und Starkregen durchgeführt (siehe www.dwd.de/attribution). Dies ist die erste Studie zu einem Schneeereignis.
Autorin:
Paulina Fischer-Frenzel
Projekt:
AXE_G_2 (Anwendung und Erweiterung des präoperativen Attributionssystems für Wetter- und Klimaextreme)





